Erfolgreiche Europameisterschaft für den Deutschen-Ringer-Bund

MannschaftDie am Wochenende zu Ende gegangenen Europameisterschaften im lettischen Riga liefen für das DRB Team durchaus positiv. Obwohl der Termin der Kontinentalmeisterschaften bei einigen deutschen Spitzenathleten nicht perfekt platziert war, vor allem in Hinblick auf die olymischen Spiele und deren Qualifikationsrunden, reiste man in allen Stilarten mit einer sehr gut besetzten Mannschaft nach Lettland. Auch die anderen Landesverbände nutzten die EM als eine Art Standortbestimmung und schickten, wider Erwarten, fast ausschließlich ihre stärkste Garde.

Den Start zu Beginn der Woche machten die Frauen sowie die Freistilringer. Während der erste Tag sehr durchwachsen zu Ende ging, lediglich Nadine Weinauge konnte sich mit Rang 5 im Vorderfeld platzieren, setzten die DRB Athleten gleich am zweiten Tag ein großes Ausrufezeichen. Mit Nina Hemmer und Erik Thiele konnten gleich zwei deutsche Starter die Bronzemedaille ergattern, für beide war es ihre erste internationale Medaille im Erwachsenenbereich. Während Hemmer in den vergangenen Jahren immer knapp am Podest vorbei schrammte, startete Thiele, eigentlich noch im Juniorenbereich zu Hause, erstmals überhaupt bei einer Seniorenmeisterschaft. In Anbetracht dessen, dass bei Frauen und Freistilern einige Athleten die EM mit Hinsicht auf Olympia ausließen, eine gute Bilanz bei diesen beiden Teams, auch wenn an Tag 3 und 4 kein Edelmetall mehr hinzukam. Einzig Luisa Niemesch konnte noch in die Finalkämpfe vorstoßen, landete aber nach knapper Halbfinalniederlage am Ende noch auf dem undankbaren 5. Rang.

Die beste Bilanz blieb wieder einmal den griechisch-römisch Spezialisten im deutschen Lager vorbehalten, die am Samstag in den Wettkampf eingriffen. Doch der Beginn war alles andere als vielversprechend, denn mit Matthias Maasch, Peter Öhler und Eduard Popp räumte man mehr oder weniger allen Startern am Samstag durchaus eine Medaillenchance ein. Nach gutem Auftakt am Morgen war jedoch für alle im Viertelfinale Endstation. Lediglich Eduard Popp kam in die Hoffnungsrunde, überzeugte dort im ersten Kampf, scheiterte dann aber doch im kleinen Finale und musste mit Platz 5 vorlieb nehmen. Der krönende Abschluss am Sonntag stimmte dann aber wieder alle versöhnlich. Während Weltmeister Frank Stäbler aufgrund einiger gesundheitlicher Probleme im Vorfeld leider nicht seine gewohnte Leistung abrufen konnte und bereits in Runde 1 scheiterte, holten diesmal seine Teamkollegen die Kohlen aus dem Feuer. Denis Kudla hatte sich durch überragende Leistungen in den vergangenen Jahren seinen ersten Start bei einer Seniorenmeisterschaft verdient und zahlte das Vertrauen gleich zurück. Lediglich dem amtierenden Weltmeister Beleniuk aus der Ukraine musste er sich geschlagen geben und sicherte sich mit drei hart erkämpften Punktsiegen die verdiente Bronzemedaille. Noch besser machte es an diesem Tag Pascal Eisele bis 80kg. Der Fahrenbacher lieferte eine überragende Leistung und war einfach nicht zu stoppen. Schier unglaublich liest sich seine Kampfbilanz am Ende des Tages: vier Kämpfe bei einer Gesamtkampfzeit von nur 8 Minuten, ein Schultersieg, drei Überlegenheitssiege, 28:0 technische Punkte. Somit konnte am Ende folgerichtig nur der Titel des Europameisters stehen. Auch für Eisele war es seine erste Medaille im Männerbereich und der perfekte Abschluss für das deutsche Team.

Auch DRB Präsident Manfred Werner zog ein durchaus positives Fazit: „Es ist schön zu sehen, dass auch im freien Stil und bei den Frauen mittlerweile regelmäßig Medaillen mit nach Hause gebracht werden. Besonders erfreut bin ich darüber, dass auch einmal andere in die Bresche gesprungen sind, so lastet die Last nicht immer auf den gleichen Schultern. Wie man bei Frank Stäbler sieht, können kleine Probleme in der Vorbereitung eine Medaille kosten, gerade dann ist es besonders wichtig, dass sich andere Athleten in den Vordergrund ringen. Vier Medaillen sind eine gute Bilanz, an einigen Tagen hatten wir uns zwar noch ein wenig mehr erhofft, mit dem krönenden Abschluss am Sonntag jedoch kann man beruhigt von einer guten Europameisterschaft sprechen.“